
Techniken Überblick
Im Gegensatz zu modernen Budō-Disziplinen wie Kendo, Judo oder Iaido, die sich auf ein spezifisches Feld spezialisieren, umfasst unser traditionelles Kenjutsu ein umfassendes Studium einer breiten Palette von Kampfkünsten. Der Inhalt dieses Studiums kann zu Recht als bugei juhappan (achtzehn Kategorien der Kampfkünste, eine vollständige Studie der Kampfkünste) bezeichnet werden. Während heute Disziplinen wie suiren (Schwimmen), hojutsu (Schießkunst) und kyusutsu (Bogenschießen)innerhalb der Tradition nicht mehr praktiziert werden, ist das Lehrprogramm von Katori Shintō-ryū umfassend und beinhaltet sogar ein Verständnis für ninjutsu (Spionage) and noroshi (Verwendung von Feuer zur Kommunikation), das durch mündliche Überlieferung vermittelt wird.
Iaijutsu – das Ziehen des Schwertes
Iai goshi: Techniken in der Hocke auf dem linken Knie: Omote iaijutsu (Schwertziehen: 6 Kata)
Tachi iai: Techniken während des Stehens oder Laufens: Tachiai battōjutsu (stehendes Schwertziehen: 5 Kata)

Die Iaijutsu-Formen unserer Tradition – omote iai, tachiai battojutsu und gokui iai – bestehen insgesamt aus nur sechzehn Formen. Obwohl diese Anzahl gering erscheint, verändern sich die Formen in Wirklichkeit auf unzählige Weise, abhängig von den Bewegungen des Gegners. Katori Shintō-ryū hat stets Landwirten und einfachen Stadtbewohnern erlaubt, die Tradition zu erlernen. Kusanagi no ken und andere grundlegende Formen bieten jenen, die ungeübt im Umgang mit dem Schwert sind, eine Basis, um sich mit der Waffe vertraut zu machen.

Neben diesen Techniken praktiziert unsere Tradition auch noch das Gokui no iaijutsu. Diese Techniken sind geheim.
Kenjutsu – Kampftechniken des Schwertes
Omote no kenjutsu: die Grundtechniken omote no tachi (Schwertkunst: 4 Kata)

Omote no tachi sind Formen des gepanzerten Schwertkampfs, die gezielt ungeschützte Stellen am Körper des Gegners angreifen. Beim Training treffen die Bokutō (Holzschwerter) kräftig aufeinander, obwohl dies mit echten Schwertern zu Beschädigungen der Klingen führen würde.
Dieses Training wird so durchgeführt, um durch leichte Anpassungen in Distanz und Zielgenauigkeit die Sicherheit zu erhöhen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Formen nicht von Außenstehenden gestohlen werden können. Mehrere Jahre nach Beginn des Studiums der Tradition wird der Praktizierende in die tatsächlichen kämpferischen Bedeutungen und Anwendungen der Bewegungen der Formen eingeführt. Diese kämpferischen Anwendungen werden als Kuzushi bezeichnet.
Bōjutsu – Kampftechniken mit dem Langstab
Omote no bō: die Grundtechniken: (Langstabtechniken: 6 Kata)

Bojutsu ist die Kunst des Stabes. Es wird manchmal fälschlicherweise als eine Technik angesehen, die nur von Kriegern niedrigen Rangs wie den Ashigaru praktiziert wurde; tatsächlich war die Kunst jedoch auch für militärische Befehlshaber von entscheidender Bedeutung. Auf dem Schlachtfeld wurden Speere häufig verwendet. Neben dem Einsatz zum Stoßen dienten sie auch dazu, Angriffe seitlich abzuwehren oder von oben zu schlagen. In einigen Fällen konnte der Speer aufgrund der Belastung in der Mitte brechen; der verbleibende Schaft wurde dann als Stab verwendet. Wie beim Tachijutsu enthält auch das Bojutsu versteckte Kuzushi-Prinzipien in seinen Lehren.
Neben diesen Techniken praktiziert unsere Tradition auch weiterhin die Gokui no bō. Diese Techniken sind geheim.
Naginatajutsu – Techniken mit der Lanze
Omote no naginata: die Grundtechniken (4 Kata)

Naginata wurden während der Kamakura-Zeit von Fußsoldaten weit verbreitet verwendet, bis in der Nanbokuchō-Zeit die Speere aufkamen. In der Katori Shintō-ryū wird eine O-Naginata (lange Hellebarde) verwendet, die die gleiche Länge wie die von Krieger-Mönchen wie Benkei hat. Die Naginata muss am Schaftmittelpunkt gehalten werden, um sowohl effektive Schnitte mit der Klinge als auch Schläge mit dem Griff zu ermöglichen.
Neben diesen Techniken praktiziert unsere Tradition auch weiterhin die Gokui hichijo no naginata. Diese Techniken sind geheim.
Gogyō Kenjutsu und Gokui Shichijo no tachi – Geheime Schwertlehren

Dies sind ungerüstete Schwertformen, die charakteristisch kürzere Positionierungen und Abstände beinhalten. Diese Formen sowie die folgenden Techniken gehören zu den geheimsten Lehren unserer Tradition.
Ryōtō – Techniken mit zwei Schwertern
Während Romane darauf hinweisen, dass die Kunst des Einsatzes von Ryōtō (zwei Schwertern) von Miyamoto Musashi entwickelt wurde, war sie bereits etwa 150 bis 200 Jahre vor seiner Geburt Bestandteil des Katori Shintō-ryū Curriculums. Das Training in diesem Teil des Curriculums vermittelt dem Praktizierenden Methoden, um gegen einen Gegner mit Ryōtō zu kämpfen.
Kodachijutsu – Die Geheimnisse des Kurzschwerts
Wenn das Kodachi (Kurzwaffe) kürzer ist, ermöglicht die richtige Handhabung dennoch das Erreichen derselben Distanzierung wie beim Tachi (Langschwert).
Sōjutsu – Techniken mit dem Speer
Während der Speer auf offenen Flächen wie Ebenen effektiv ist, zeigt er in engen Räumen wie Wäldern Schwächen im Vergleich zum Schwert. Daher wird das Schwert genutzt, um die Distanz zu einer Stangenwaffe wie Stock, Hellebarde oder Speer zu überwinden. Auf diese Weise kann der Schwertkämpfer den Speer besiegen.
Jūjutsu – Unbewaffneter Kampf
Auf den Schlachtfeldern der Vergangenheit war Jūjutsu besonders nützlich, wenn ein Krieger seine Waffe verlor oder in den Nahkampf mit einem Gegner überging. Das Jūjutsu unserer Tradition umfasst Hebel, Würfe, Würgegriffe, Schläge und Heiltechniken.
Shurikenjutsu – Techniken mit dem Wurfmesser
Bo-Shuriken waren ein wesentlicher Bestandteil der Ausrüstung der Samurai. Die Kunst, einen Gegner mit diesen Wurfspitzen zu treffen, wird bis heute in der Katori Shintō-ryū gelehrt. Die im Katori Shintō-ryū gelehrten Shuriken sind im Bereich von etwa 6 Metern effektiv und bieten den Vorteil, Gegner aus größerer Entfernung als Stangenwaffen wie Yari oder Naginata treffen zu können sowie enge Räume zu überwinden.
Text übersetzt mit Erlaubnis von Katori Vietnam